Münchner Tage für körperorientierte Psychotherapie
Dr. Tilmann Moser
Hauptvortrag + Workshop
Samstag, 16. Oktober 2004 - 9.15 Uhr Vortrag A
Der grausame Gott und die Einsamkeit seiner Dienerin.
Eine Fallgeschichte
An der exemplarischen Fallgeschichte kann schon im Erstinterview gezeigt werden, wie aus kindlicher Religiosität durch äußere und vor allem innere aggravierende Umstände ein zerstörerisches, lebensverneinendes Introjekt wird, das sich in einen strengen und überwachenden Richtergott verwandelt. Man könnte fast von einer kannibalischen Gottheit sprechen, die der jungen Frau keine Chance lässt, ein erfülltes Leben zu führen, sondern sie in eine grausame Spiritualität führt.
Samstag, 14.15 Uhr Workshop zum Vortrag A - WS 1
Zwischen Kinderglauben und erwachsener Spiritualität
Viele von uns tragen bewusst oder unbewusst noch viel von unserem Kinderglauben in sich. Manche haben ihn vergessen, manche verdrängt, manche entwertet. Wieder anderen gelingt es, ihn zu verändern und „erwachsener“ zu machen. Andere leben ohne Religion und wieder andere wählen nach einem langen Intervall eine ganz andere Form von Spiritualität. Fest steht statistisch, dass eine lebendige Religiosität mit höherer seelischer Gesundheit korreliert, vorausgesetzt die Gottheit, der sie huldigen, ist menschenfreundlich und lebensbejahend. In der Diskussion wollen wir dieser Spannung zwischen Kinderglauben und Erwachsenen-Spiritualität nachgehen.
Dr. Tilmann Moser
ist Psychoanalytiker in freier Praxis in Freiburg/Br. Er machte seine Ausbildung am Sigmund Freud Institut in Frankfurt/M. und war Dozent am Fachbereich Jura der dortigen Universität. In seiner Praxistätigkeit entwickelt er seinen Zugang zu einer körperorientierten Psychoanalyse, unter anderem durch Ausbildung und Zusammenarbeit mit Pesso. In zahlreichen Büchern und Veröffentlichungen beschreibt er seine Arbeit und deckt auf, in welcher Form er den Körper in die analytische Arbeit mit einbezieht.